Lyrik (9): Rhetorische Figuren

Rhetorische Figuren sind nicht nur für den Rhythmus eines Gedichts von Bedeutung, sondern natürlich auch für dessen inhaltliche Seite. Schon seit der Antike wird die Lehre von den Stilmitteln der Rethorik intensiv betrieben. Das besondere Kennzeichen lyrischer Texte ist das so genannte uneigentliche Sprechen. Der Dichter drückt sich anders aus als wir es in der Alltagssprache gewohnt sind. Er verwendet besondere Stilmittel, um sein Gedicht sprachlich zu gestalten. Die rhetorische Figuren sind der Schlüssel zum Verständnis der ,,lyrischen Sprache’’. Hier nur eine kleine Auswahl der wichtigsten rhetorischen Mittel :

A. Bild

 Darunter versteht man die zusammenfassende Bezeichnung für alle bildlichen (uneigentlichen) Ausdruckweisen in der Lyrik. Somit ist das Bild der Oberbegriff für eine Vielzahl anderer rhetorischer Figuren, wie z.B. Metapher oder Vergleich.

B. Metapher

Die Metapher wird häufig als wichtigstes rhetorisches Mittel angesehen. Dabei wird ein Wortaus seinem gebräuchlichen Sinnzusammenhang genommen und in andere Zusammenhänge eingefügt, sodass es eine neue Bedeutung erhält, z.B.

–             Löwe für tapfere Kämpfer

–             Dieser Politiker ist ein Fuchs. Sein Redefluß war nicht zu bremsen.

–             der Sonnenuntergang des Lebens

–             Wüstenschiff – Kamel

–             Rabeneltern – Eltern, die ihre Kinder vernachlässigen

–             Baumkrone – Die Spitze eines Baumes

C. Ironie

Entgegen dem wörtlich Ausgesagten, meint der Sprecher das genaue Gegenteil, z.B.

  • ,,das ist ja eine schöne Bescherung’’.
  • Du bist mir vielleicht ein Held!

Beispiele von Ironie aus dem Alltagsleben:

  • Ein Kollege hat einen Stapel Geschirr fallen lassen, dazu sagt ein Zuschauer: „Prima machst du das!“

D. Hyperbel

      Eine Hyperbel ist eine Übertreibung, sodass die Ausage wörtlich genommen nicht mehr zutreffend ist, z.B

–            ,,das hab ich dir schon tausendmal gesagt’’.

–            Er hat Hände wie ein Pflug.

–            Er ist fuchsteufelswild.

–            Todmüde

–            ein Meer von Tränen

–            unendlich lang

–            Schneckentempo

E. Euphemismus

Etwas Negatives wird durch eine posotive Bezeichnung beschönigt, z.B.

–          In Afghanistan gibt es keinen Krieg! Nur Kampfeinsätze!

–          In Deutschland gibt es keine Arbeitlosigkeit! Nur Leute ohne Jobs!

–          Er tickt nicht ganz sauber. Er ist verrückt.

–          entschlafen (statt: sterben)

–          beseitigen (statt: umbringen)

F. Vergleich

Beim Vergleich wird durch den Gebrauch von ,,wie’’, ,,als ob’’ u.ä eine Verbindung zwischen zwei Bereichen hergestellt, die etwas gemeinsam haben, z.B. ,,rot wie Blut’’.

–          Contoh : – Er hat Augen wie ein Luchs. 

–          Sie weint wie ein Kind.

–           ,,rot wie Blut’’.

Weitere Möglichkeiten sind u.a.:

  • A ist (nicht) wie B
  • A ist mehr/weniger als B
  • A ist genauso … wie B
  • A ist vergleichbar mit B
  • A ist beinahe/fast wie B

Beispiele:

–  Online-Shops schießen wie Pilze aus dem Boden.

–  Er war bleich wie der Tod.

–  Ich fühle mich wie das fünfte Rad am Wagen.

–  Nase, Hand, Gesicht und Ohren sind so schwarz als wie die Mohren.

–  Sie ist schön wie der junge Morgen.

G. Oxymoron

Hier werden Begriffe miteinander kombiniert, die sich eigentlich widersprechen, z.B.

–        bittere Süße

–        „Diese Fülle hat mich arm gemacht“

–        Auch wenn sie schweigen, sagen sie genug (Cicero)

–        O loving hate / Hassliebe (Shakespeare)

–        traurigfroh (Hölderlin)

H. Parallelismus

werden in aufeinander folgenden Sätzen in gleicher Weise angeordnet, z.B.

–        ,,weiß wie Schnee, schwarz wie Ebenholz’’.

–        Lang war der Weg, kurz war der Kampf

–        Vogel fliegt im Himmel, Fisch schwimmt ins Wasser, Mensch lӓuft auf der Straβe.

–        Sie hören weit, sie sehen fern.

–        Die Nacht ist dunkel, der Tag ist hell.

I. Personifikation

Tiere, unbelebte Dinge oder abstrakte Begriffe erhalten menschliche Attribute (Eigenschaften, Aktionen, Verhaltensweisen, Gefühle). Eine Erzählung wird durch dieses Stilmittel oft interessanter und lebendiger.

Beispiele:

–          „Der Dollarkurs liegt am Boden.“

–          „Der Tag verabschiedet sich.“

–          “Die Sonne lacht.”

–          “Der Himmel weint.”

–          Der Wind spielte mit ihren Haaren.

–          Das Auto wollte nicht auf mich hören.

J. Apostrophe

Unter einer Apostrophe versteht man die Anrede von Dingen uind Abstrakta, z.B.

–          ,,Frühling, ja du bist’s!’’

–          Besinge mir, Gottheit, den Zorn des Peliden Achilleus (Homer)

–          O du Stadt der Väter im Lande Theben und ihr Götter vor uns,
getrieben werde ich und zögere nicht mehr (Antigone bei Sophokles)

K. Ellipse

Verkürzter Satz (durch Auslassung von Wörtern)

Beispiele:

–          Nicht du, [sondern] ich!

–          [Das] Ende [ist] gut, alles [ist] gut!

–          Du willst doch wohl nicht …!

–          Ohne [ein] Wenn und [ein] Aber.

–          Was nun? (für: Was machen wir nun?)

L. Allegorie

M. Alliteration

Stabreim: gleiche Buchstaben im Wort- oder Silbenanfang

Beispiele:

bei Wind und Wetter
mit Kind und Kegel

N. Anapher

Wiederholung am Satz/Versanfang (Schema: x … / x … )

Beispiel :

  • Ich fordere Moral. Ich fordere Verständnis.
  • Wie herrlich leuchtet mir die Natur!
  • Wie glänzt die Sonne! Wie lacht die Flur!(Goethe: Mailied)

 –          Aufgestanden ist er, welcher lange schlief,
Aufgestanden unten aus Gewölben tief. […]“

–          „Der Krieg“, Georg Heym

–          Scipio hat Numantia vernichtet, Scipio [hat] Karthago zerstört, und Scipio/er [hat] Frieden gebracht […]“

Cicero

Wer soll nun die Kinder lehren und die Wissenschaft vermehren?
Wer soll nun für Lämpel leiten seines Amtes Tätigkeiten?“

Max und Moritz“, Wilhelm Busch

Lies keine Oden, mein Sohn, lies die Kursbücher, sie sind genauer.“

Hans Magnus Enzensberger

O Täler weit, o Höhen, o schöner, grüner Wald.“

 O. Antithese

Gegenüberstellung, Gegensatz

Beispiel:

–          gut und böse, arm und reich
Des einen Sieg ist des anderen Niederlage.

Polarität (Gedanklicher Gegensatz)

P. Epipher

Wiederholung am Satz/Versende (Schema: … x/ … x )

Ich fordere Moral ich lebe Moral.

Wiederholung wichtiger Wörter an Vers-/Satzenden; Gegensatz zu Anapher

“Doch alle Lust will Ewigkeit-, /
will tiefe, tiefe Ewigkeit!”

Beispiel

  • Mir geht es gut. Meinem Vater geht es gut. Dem Rest meiner Familie geht es gut. Allen geht es gut.
  • Vielleicht haltet ihr uns nicht für Idioten, jedenfalls macht ihr uns zu Idioten.
  • Ich lieb’ es nicht das fremde Land; ich hass’ es fast, das fremde Land
  • Doch alle Lust will Ewigkeit, will tiefe, tiefe Ewigkeit! (Das trunkene Lied – Friedrich Nietzsche)
  • Und das nur für Dich, für immer und Dich, für immer und dich (Für Immer und Dich – Rio Reiser)

 Q. Metonymie

Beispiele:

  • der Mauerfall am 9. November 1989 (Mauerfall = Sturz des DDR-Regimes)
  • Bagdad wies den Vorwurf zurück (Bagdad = Regierung, Übergangsregierung, Verantwortliche in der irakischen Hauptstadt)
  • eine Erklärung des Weißen Hauses (Weißes Haus = US-Regierung/Präsident)
  • Ich kaufe ein BMW

R. Paradox

In der Umgangssprache wird oft die widersprüchliche Wirkung von Paradoxa als rhetorische Stilfigur verwendet

Das einzig Beständige ist die Veränderung.

  • Je mehr Käse, desto mehr Löcher; je mehr Löcher, desto weniger Käse. → Je mehr Käse, desto weniger Käse

 S. Sarkasmus

Sarkasme merupakan suatu acuan yang lebih kasar dari ironi dan sinisme. Ia adalah suatu acuan yang mengandung kepahitan dan celaan yang getir. Sarkasme dapat saja bersifat ironis, dapat juga tidak, tetapi yang  jelas adalah bahwa gaya ini selalu akan menyakiti hati dan kurang enak didengar. Kata sarkasme diturunkan dari kata Yunani sarkasmos yang lebih jauh diturunkan dari kata kerja sakasein yang berarti “merobek-robek daging seperti anjing”, “menggigit bibir karena marah”, atau “berbicara cengan kepahitan”.

“Und wird uns der ganze Verlag verboten,

So schwindet am Ende von selbst die Zensur.” (Heine: Bei des Nachtwächters Ankunft zu Paris).

Der Geschlagene ruft, anstelle zu weinen: „Natürlich! Gleich noch mal!“

This entry was posted in Uncategorized. Bookmark the permalink.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s